Bautzen

Freispruch im Prozess um Böllerwurf auf Kinder

17.11.2016 von LN

Am Dienstagmorgen stand ein 43-jähriger vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bautzen. Er soll in der letzten Silvesternacht gegen 22:45 Uhr einen oder mehrere Böller in Richtung von zwei 10-jährigen Kindern an der Unterkunft für unbegleitete Minderjährige Asylbewerber in Neukirch geworfen haben. Dabei ist eines der Kinder verletzt worden. 

Beide Kinder und auch die Mütter, beide Erzieherinnen in Unterkunft, sagten zum Anfang der Verhandlung als Zeugen aus. Dabei unterschieden sich die Angaben der Kinder in Hinsicht auf Standorte und Entfernungen deutlich. Die Frauen gaben an, durch den Angeklagten und die anwesende Gesellschaft beleidigt zu worden sein, der Angeklagte behauptete ebenfalls von beiden Frauen beschimpft worden zu sein. Die Kinder hantierten selbst mit Feuerwerk vor der Tür, die beiden Frauen waren zum Zeitpunkt der angeklagten Tat in der Unterkunft und konnten dazu nichts aussagen. Zwei der von der Verteidigung genannten Zeugen, schilderten ebenfalls, dass die Frauen, die Gruppe beleidigt hätten, ein Böllerwurf in Richtung der Kinder hätte es nicht gegeben. Man hätte nur Batterie-Feuerwerk für die Kinder gezündet. 

Die Staatsanwaltschaft forderte einen Freispruch. Aus den Angaben der Kinder ist nicht ersichtlich, dass der Angeklagte einen Böller geworfen hätte. 

Die Verteidigung schloss sich den Ausführungen des Staatsanwaltes an. 

Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Die Kosten für die Verhandlung trägt die Staatskasse. Die Verhandlung hat gezeigt, dass sich immer wieder Situationen hochschaukeln können und unter Umständen auch zu einem Gerichtsprozess führen kann, führte der vorsitzende Richter Dr. Dirk Hertle aus.