Bautzen

Stationärer Handel leidet, Online-Shopping prosperiert

11.03.2017 von LN

Die Reichenstraße glänzt über weite Strecken mit großzügigen, hübsch hergerichteten Schaufenstern und zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Doch seit einiger Zeit sind es eher die leerstehenden Ladengeschäfte, die die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich ziehen. Bisher sind es zwar nur sechs, doch wird es dabei bleiben? Denn der Online-Handel floriert und ist für die Einzelhändler in Bautzen längst zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz geworden.

Ob Bücher, Musik und DVDs auf bücher.de oder Wäsche, Oberbekleidung, Accessoires und Schuhe von gina-laura.com: Viele Online-Shops bieten ein Vollsortiment an, das sie zudem in kurzen Abständen aktualisieren. Online einkaufen ist bequem und zeitsparend – und wer im Internet shoppt, weiß diese Vorteile zu schätzen. Die lokalen Geschäfte punkten dafür oft mit einem spezialisierten Angebot und individueller Beratung. In der Bautzener Reichenstraße findet man nahezu alles, was das Konsumentenherz begehrt. Seit einer Weile gibt es dort allerdings sechs leerstehende Ladengeschäfte. Und der Leerstand in der Innenstadt Bautzens könnte noch zunehmen.

Sowohl die Stadt als auch der Einzelhandel befürchten ein weiteres Ladensterben in der Reichenstraße, wenn nicht umgehend Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Diesbezüglich haben die Kommune und der Innenstadtverein schon einige Vorschläge parat. In erster Linie sollen in der Innenstadt die Rahmenbedingungen für stationäre Händler verbessert werden. Dazu gehört, an Immobilienbesitzer und Vermieter zu appellieren, um eine Senkung der zum Teil sehr hohen Mieten zu erreichen. Denn diese würden Oberbürgermeister Alexander Ahrens zufolge dem Einzelhandel im Zentrum von Bautzen enorm schaden. Wer sich die Miete für einen Laden nicht leisten kann, kann auch kein erfolgreiches Geschäft führen.

Außerdem wird Bautzen einen Leerstandsmanager bekommen, der die verlassenen Geschäftslokale mit neuem Leben füllen soll. Zu diesem Zweck wird der Leerstand genau erfasst und aktualisiert, um anschließend gezielt Möglichkeiten zur Neunutzung auszumachen. An Ideen, wie das Ladensterben in der Innenstadt gestoppt werden kann, mangelt es offenbar nicht. Es bleibt allerdings die Frage, ob diese ausreichen, um gegen die mächtige Online-Konkurrenz anzukommen. Allein im vergangenen Jahr setzte der Internet-Handel rund 52,7 Milliarden Euro mit Waren um. Doch dafür sucht man das Einkaufserlebnis, das die Reichenstraße dank ihres besonderen Altstadt-Charmes bietet, im Netz ganz klar vergeblich.


Bildrechte: Flickr Bautzen -Reichenstraße 

CC BY-SA 2.0 


Stationärer Handel leidet, Online-Shopping prosperiert