Bautzen

Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU

22.03.2017 von LN

Am Dienstag fand vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bautzen ein Strafprozess gegen den 39 jährigen gelernten Straßenbauer Andreas von E. und den 60jährigen Dipl.Psych. Andreas S. statt. Laut Anklage der StAatsanwaltschaft Görlitz sollen die Angeklagten in den Jahren 2010 bis 2011 durch Herstellung gefälschter Befundberichte und Urinscreenings einer Vielzahl von Personen, denen die Fahrerlaubnis wegen u.a. Straßenverkehrsdelikten entzogen worden war, es ermöglicht haben, durch Vorlage falscher Therapiebescheinigungen positive MPU- Gutachten zu erlangen, wodurch die zuständigen Führescheinstellen regelmäßig eine neue Fahrerlaubnis erteilten.
Der Angeklagte von E. soll dabei die gefälschten Urkunden nach entsprechender fachkundiger Unterrichtung durch den Angeklagten S. hergestellt haben.
 
Gegen die so "begünstigten" Probanden hat das Amtsgericht bereits Strafbefehle erlassen, die jedoch überwiegend noch nicht rechtskräftig sind.
Über jene Einsprüche soll erst nach Abschluss des hiesigen "Hauptsacheverfahrens" entschieden werden.

Der Angeklagte Andreas S. erschien nicht vor dem Gericht. Er wurde in ein Krankenhaus in Weimar eingeliefert. Der Staatsanwalt äußerte Zweifel an der Bescheinigung, da sie lt. Absender aus der Bibliothek abgesendet wurde. Der Richter unterbrach den Prozess und erkundigte sich telefonisch beim Klinikum ob der Angeklagte dort aufgenommen wurde. Das wurde so bestätigt. 

Der Angeklagte von E. räumte die angeklagten Taten ein. Ihm war 2010 selbst der Führerschein wegen des Fahrens unter Drogeneinfluss entzogen wurden. Da lernte er den Dipl.- Psychologen S. kennen. Ihm wurde damals ebenfalls vorgeschlagen gefälschte Unterlagen einzureichen. Doch die Fälschungen sah der Angeklagte als zu schlecht an und meinte: "Das kann ich doch besser". So entstand eine Geschäftsbeziehung. Für ein gefälschtes Schrieben erhielt er von S. 500 Euro. Das ganze flog nur auf, als 2012 der Angeklagte von E. bei einer Drogenkontrolle auffiel. An der tschechischen Grenze stellte ihn die Polizei bei der bewaffneten Einfuhr von Betäubungsmitteln. Daraufhin wurde seine Wohnung durchsucht und ein Aktenkoffer mit den gefälschten Unterlagen. 

Da der angeklagte Arzt nicht an der Verhandlung teilnehmen konnte, wurde das Verfahren abgetrennt und gegen den Angeklagte von E. ein Strafbefehl über 250 Tagessätze zu 35 Euro erlassen. 

Sobald der Arzt aus der Klinik entlassen wird, wird über einen neuen Verhandlungstermin entschieden. 



Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU
Hohe Geldstrafe für Betrug bei MPU