Großpostwitz - „Vollzeitbetrüger“ geht ins Gefängnis

65 Strafanzeigen, 45 Straftaten und ein Gesamtvermögensschaden von 68.000 Euro - das ist die Bilanz eines 41-jährigen „Vollzeitbetrügers“ aus Großpostwitz. Dafür sitzt der Mann nun in Haft.

Aber von Beginn an: Im März 2016 trat der 41-Jährige seine erste einjährige Haftstrafe an. Auch hier lautete das Urteil Betrug sowie Missbrauch von Titeln und Urkundenfälschung. Wieder auf freiem Fuß, verlieh er sich nur zwei Monate später einen Doktortitel und trat immer wieder öffentlich als Arzt in Erscheinung. Es folgte eine Serie von Betrügereien, wie sie sonst in Filmen zu sehen ist.

Der Beschuldigte wies sich wiederholt mit frei erfundenen Diagnosen in Kliniken ein, darunter eine inkomplette Querschnittslähmung, Speiseröhrenkrebs, Dyspnoe, eine bösartige Neubildung an der Harnblase sowie Krebs im Endstadium. Er beantragte wiederholt die Aufnahme in Pflegeeinrichtungen, obwohl keine Notwendigkeit für eine Behandlung oder Pflege bestand. Der 41-Jährige bewies dabei viel Einfallsreichtum und wartete mit Lügengeschichten und selbstgebastelten Einweisungsscheinen auf.

Auch zahlreiche Bestellung von Waren und Dienstleistungen, ohne diese zu bezahlen, gehen auf das Konto des Mannes. Er orderte unter anderem wiederholt Wein, Buffets, technische Geräte und ließ sich seine Wohnung komplett renovieren. Ziel war es stets, Lebenshaltungskosten einzusparen. Der Gauner nahm den finanziellen Schaden, den er bei den Dienstleistern anrichtete, offenbar billigend in Kauf.

 

Im März und Juni 2018 buchte der Beschuldigte außerdem je eine Reise nach Ägypten. Um Vergünstigungen zu erhalten, gab er vor, es wäre seine letzte Reise, da er sterbenskrank wäre. Der dreiste Betrüger verbrachte mehrere Wochen in der Sonne und bezahlte auch hier die Rechnungen nicht.

Der Beschuldigte muss sich nun wegen einer langen Liste von gewerbsmäßigem Betrug und dem Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen verantworten. Er befindet sich seit dem 23. Januar 2019 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft befasst sich nun mit dem „Vollzeitbetrüger“.

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