Ostsachsen - Gemeinsame Komplexkontrollen an der Bundesgrenze führten zu größerem Drogenfund

Die Polizeidirektion Görlitz führte am Mittwoch gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei Sachsen, der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf und dem Hauptzollamt Dresden Komplexkontrollen an allen Grenzübergängen zur Republik Polen durch. Ziel war die Bekämpfung der Kriminalität, insbesondere mit Schwerpunkt der Kfz- und Eigentums-Kriminalität. Die Kontrollen erstreckten sich von Bad Muskau bis nach Zittau.

In der Zeit von 07:00 Uhr bis 14:00 Uhr kontrollierten 380 Beamte entlang der deutsch-polnischen Grenze rund 1.065 Fahrzeuge und etwa 1.750 Personen. Dabei stellten die Polizisten 19 Straftaten und 167 Ordnungswidrigkeiten fest. Auch sieben Fahndungserfolge waren zu verzeichnen.

Zu den Straftaten zählten unter anderem Verstöße gegen das Betäubungsmittel-, das Waffen-, das Ausländer- und das Arzneimittelgesetz, ein besonders schwerer Fall des Diebstahls sowie ein Tankbetrug. Auch Delikte im Bereich des Fahrens unter Alkoholeinwirkung, ohne Fahrerlaubnis oder ohne der notwenigen Pflichtversicherung stellten die Einsatzkräfte fest.

Herausragend war der Fund von mehreren Kilogramm Betäubungsmitteln in einem Fahrzeug auf dem Parkplatz Neiße an der BAB 4. Beamte der Bereitschaftspolizei kontrollieren gegen 09:00 Uhr einen weißen Skoda und dessen 27-jährigen Fahrer. Ein Drogentest war bei dem polnischen Bürger positiv. Er verwies auf Amphetamine und Mischkonsum. Die Polizisten ordneten eine Blutentnahme an.

Ein Drogenspürhund kam zum Einsatz und schlug auf Betäubungsmittel an. Bei der Durchsuchung des Fahrzeuges fanden die Beamten im Kofferraum diverse Tüten und Kartons. In diesen waren mehrere Abpackungen von Amphetaminen, zwei Beutel mit Ecstasy-Pillen sowie Tüten mit Marihuana. Nun klickten für den 27-Jährigen die Handschellen. Die Ordnungshüter beschlagnahmten den Wagen und die Drogen. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Görlitz erfolgt eine Haftrichtervorführung. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

An der Altstadtbrücke in Görlitz kontrollierten die Beamten gegen Mittag einen 41-jährigen deutschen Staatsangehörigen. Dieser war mit einem als gestohlen gemeldeten Fahrrad unterwegs. Es erfolgte die Beschlagnahme. Da der Beschuldigte bereits mehrfach in Erscheinung getreten war, erfolgte die vorläufige Festnahme.

Zur selben Zeit überprüften Polizisten an der Kontrollstelle an der BAB 4 einen 34 Jahre alten Polen sowie seinen Pkw. Im Fahrzeug versteckt befanden sich diverse Kupferkabel, welche offenbar aus Diebstahlshandlungen stammten. Außerdem stießen die Einsatzkräfte auf 30 Tabletten. Laut eines Vortests handelte es sich dabei um Amphetamine. Da beim Fahrer der Verdacht auf Drogenkonsum bestand, erfolgte ein Drugwipetest. Dieser verlief positiv auf Kokain. Es erfolgte die Beschlagnahme des Kupferschrotts sowie die Durchführung einer Blutentnahme. Die Beamten fertigten die entsprechenden Anzeigen.

Am frühen Nachmittag ertappten die Ordnungshüter einen polnischen Staatsbürger an der Kontrollstelle an der BAB 4, welcher 16 Testosteronampullen mit sich führte. Es erfolgte die Beschlagnahme und die Fertigung einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz gegen den 29-Jährigen.

Im Fokus der Bundespolizisten standen insbesondere die Aufklärung von Migrations- und die Entdeckung von Urkundendelikten.

In diesem Zusammenhang sind gegen zwei ukrainische Staatsangehörige, einem Mann aus Bangladesch sowie einem Aserbaidschaner Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz eingeleitet worden.

In Begleitung ihrer Mutter wurden zwei ukrainische Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren festgestellt, die über keinerlei gültige Aufenthaltsdokumente verfügten. Ermittlungen zufolge leben die beiden Jugendlichen bei der rechtmäßig in Spanien gemeldeten Großmutter und besuchen dort bereits seit drei Jahren die Schule. Die Ermittlungen dauern in diesem Fall noch an.

Der Bangladeshi gab an, erst am Dienstag von Italien nach Deutschland eingereist zu sein und die Nacht in Düsseldorf bei einer Freundin verbracht zu haben. Nun sei er auf dem Weg nach Poznań, wo er amtlich wohnhaft ist. Da der 33-Jährige sich illegal in Deutschland aufhielt, wurde er nach Polen abgeschoben. Eine Einreisesperre bis Juli 2021 ist die Konsequenz seines irregulären Handelns.

Auf dem Weg von Paris nach Warschau befand sich der aus Aserbaidschan stammende Mann. Der 31-Jährige wies sich mit einer gefälschten ungarischen Identitätskarte aus. Gegen ihn wird demzufolge auch wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt. Ihm droht nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen die Abschiebung in Verbindung mit einer Einreisesperre von vier Jahren.

Die Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf wurde im Rahmen des Einsatzes von der Bundesbereitschaftspolizei aus Bad Düben unterstützt.   

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